Kupfergrube in Kupferberg

(Quelle: 250 Jahre Kreuzberg)
Die Steinhalden in Kupferberg an der Kreisstrasse Wipperfürth – Halver – Lüdenscheid geben heute noch Kunde von der bedeutenden Kupfererzgrube „Danielszug“, die dem ganzen Grubenbetrieb den Namen gab. Dieser „Danielszug“ wurde 1774 von J. T. Schade gemutet, von E. J. Wilhelm der 150m nordwestlich des „Danielszuges“ gelegene „Wilhelminenzug“ im Jahre 1781. Laut Geschichtsquellen soll auch ein Bergwerk „Am Kupferberger Hof“ schon 1765 gemutet worden sein. Weiter nach Westen bei Vorder- und Hinterwurth befanden sich der Acker und Silberzug. (siehe Karte am Ende des Berichtes)

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Auch im 19. Jahrhundert sind die Gruben weiter im Betrieb gewesen um 1899 wurde der frühere Zimmermanns Hof für die Belegschaft erworben, ein Verwaltungsgebäude wurde errrichtet, sowie eine Schlosserei, eine Schmiede und ein Maschinenhaus. Es wurden eine Flördermaschine, ein Dampfkessel und Antriebsmaschinen für die Aufbereitung aufgestellt – weiterhin zwei Steinbrecher, ein Walzwerk sowie Kugel- und Pendelmühlen. In den Jahren 1903-1905 stieg die Anzahl der Arbeiter vo 150 auf 180, in den weiteren Jahren auf 350. In diese Zeit fällt auch der Bau eines Beamtenwohnhauses an der Talstrasse, das heute noch unter der Bezeichnung „Wolkenkratzer“ besteht.

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Wegen der hohen Kosten, die der Kohletransport der Fuhrwerke von Wipperfürth nach Kupferberg verursachte, wurde 1910 die neue Eisenbahnlinie Wipperfürth – Kupferberg- Anschlag – Brügge in Betrieb genommen. Mit dieser guten Eisenbahnverbindung und dem Kupfererzbergwerk wäre ein großer wirtschaftlicher Aufschwung dieses Gebietes möglich gewesen, aber die Gesellschaft war 1911 total verschuldet und der Betrieb wurde eingestellt. (Noch heute stehen Reste des alten Bahnhofsgebäudes in Kupferberg)

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Mit der Bildung einer neuen Gesellschaft ermöglicht durch Staatssubventionen, bei voller Elektrifizierung der Einrichtungen des ganzen Betriebes, ging 1938 die wechselhafte Geschichte des Kuferbergwerkes einem neuen Höhepunkt entgegen. Der Danielszug wurde bis 1944 auf eine Tiefe von 360m geteuft. 375 Beschäftigte, brachten eine monatliche Förderung von 2.500 t Kupfererz. Der zweite Weltkrieg bedeutete das Ende des Kupferbaues. Wegen Unrentabilität des Abbaues wurde der Zechenbetrieb völlig eingestellt. Lediglich die heute zugewachsenen Halden erinnern noch an den ehemaligen Großbetrieb, eine lukrative Einnahmequelle für die Bevölkerung. Anfang der 50er Jahre verschwand auch das Wahrzeichen von Kupferberg, der 30m hohe Förderturm, der 1938 neu gebaut worden war. Auch die Bahnverbindung Wipperfürth – Kupferberg wurde 1961 abgerissen, die gerade 50 Jahre in Betrieb gewesen war.

Das alte Kupferbergwerk aus dem Mittelalter hat aber später zwei würdige Vertreter erhalten, die bis in die 90er Jahre viele Ortsansässige beschäftigten:

Heynen Bohrer und Werkzeugfabrik - 1954 in Kupferberg errichtet – 1868 in Remscheid - Lüttringhausen gegründet. Im Jahre 1968 feierte die Belegschaft das 100 jährige Bestehen. Hier arbeiteten zeitweise über 80 Menschen. Der Betrieb wurde Anfang der 90er Jahre aus finanziellen Gründen geschlossen.

Kucharski Gesenkschmiedewerkzeugfabrik

In der Nachbarschaft beschäftigte die Firma. Kupferberg Kabel (Raczkowiak-Kabelfabrik-Stefansbecke), welche 1956 gegründet wurde zeitweise mehr als 200 Arbeitnehmer. Die Firma startete mit der Produktion von Hula-Hop Reifen, die in der Nachkriegszeit sehr gefragt waren und entwickelte sich unter der damaligen Eigentümerfamilie Raczkowiak zu einem angesehenen Kabelanbieter für PVC isolierte Leitungen.. Durch die wachsende Globalisierung, schlechte Marktausrichtung und möglicherweise auch fehlender Investitionen geriet die Firma nach einem Großbrand in Schieflage. Ein neuer Investor sanierte Mitte 2009 das Unternehmen und beschäftigt heute 13 Mitarbeiter.

Fa. Müller Plastik GmbH - gegründet am 01.06.1980 in Lüdenscheid von Elmar Müller, bearbeitet Kabel und Kabelkonfektion im Bereich von Steckeranschlussleitungen.

Bauunternehmung Chimtschenko GmbH

Im Jahre 1974 rückte das Stollengebiet noch einmal in den Mittelpunkt. Es ging nicht mehr um Erzabbau, sondern durch die stillgelegte Kupfergrube wurde ein Kanalstollen vorangetrieben, um den Kreuzberger Kanalausbau schnellstmöglich zu realisieren, denn bis zu diesem Zeitpunkt endete Kreuzbergs Kanalisation im „Niemandsland“.