Die Dorfgeschichte

Kreuzberg, das östlichste Kirchdorf der Stadt Wipperfürth liegt auf etwa 375m Höhe, nahe der westfälischen Grenze. Zusammen mit der Ortschaft Kupferberg ist Kreuzberg das Dorf_Kirche_001einwohnermäßig größte (ca. 1500 Einwohner) Dorf in Wipperfürth. Zum Ort gehören folgende Ortschaften und Gehöfte: Dahl, Dörpinghausen, Engstfeld, Erlen, Forste, Hackenberg, Halkenberg, Hammer, Hinterwurth, Hohl, Kupferberg, Niederscheveling, Obernien, Oberscheveling, Ritterlöh , Vorderwurth, Wasserfuhr. Der Ortsname „Creuzberg“ wurde erstmals in der Ernennungsurkunde des ersten geistlichen Missionars am 09. Mai 1726 erwähnt. Mit der Besiedelung der umliegenden Ortschaften wurde aber vermutlich schon im frühen Mittelalter vor der Jahrtausendwende begonnen.

Nach den Erkenntnissen der modernen Ortsnamensforschung kann man davon ausgehen, dass die siedlerische Erschließung der hochgelegenen Löslehmplatte zwischen Hönnige und Neye schon in der Karolingerzeit vollzogen wurde. Die Einzelhöfe zu Ober- und Niederscheveling werden schon um ca. 800 n. Chr. bestanden haben. Nach Ablauf der Besiedelung setzten sich schon im 10. Jahrhundert die Kölner Stifte mit ihren Kirchenorganisationen im Oberbergischen fest. Durch den Bau von Pfarrkirchen bildeten sich Ortschaften. Kirche

Wipperfürth, wo sich an der Wupperquerung im 11. und 12. Jahrhundert ein Schwerpunkt des kirchlichen und wirtschaftlichen Lebens entwickelte. Die Gründung einer Kirchensiedlung konnte Kreuzberg aber erst im 18. Jahrhundert verwirklichen. Um die Grenzbevölkerung an der westfälischen Grenze stärker an die Wipperfürther Kirche zu binden wurde zwischen 1696 und Anfang des 18. Jahrhunderts unter dem Geschlecht des Freiherren von Mering eine Missionsstelle zwischen den Ortschaften Hachenberg, Ritterlöh und Oberscheveling gegründet. Eine weitere kirchliche Verselbstständigung erfolgte 1723 durch den Bau einer 833m² großen Kirche mit Seelsorgerwohnung. Diese wurde von den Wipperfürther Franziskanern verwaltet und betreut. Diese Kirchenanlage, urkundlich im Jahre 1726 gegründet, befand sich auf dem „Oberscheveling“ und erhielt den Namen „mons calvariae“ (zum Kalvarienberg). Der Grundstein der heutigen Kirche wurde im Juli 1867 nahe der alten Kirche gelegt. Erzbischof Paulus Melchers weihte die Kirche am 9. Oktober 1869 feierlich ein.

Kirche_alt_010In beiden Weltkriegen mussten die Glocken des Turmes wegen Materialknappheit, abgeliefert werden und wurden zu Granaten eingeschmolzen. Nur die Glocke aus dem Jahre 1723 blieb erhalten und überlebte auch den Kirchturmbrand nach einem Blitzeinschlag am 27. Februar 1920. Die Glocke stürzte zwar ab, wurde aber nicht beschädigt. Noch heute erklingt sie neben drei neuen Glocken, welche im Jahre 1955 eingeweiht wurden! In Kreuzberg haben zweimal - jeweils für eine Nacht - die Gebeine der Hl. Drei Könige geweilt: 1794, als sie vor den anrückenden Franzosen in Sicherheit gebracht wurden und 1803, als man sie wieder nach Köln zurückführte.

In den letzten Jahrzehnten wurden in und um Kreuzberg zahlreiche Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet. Die evangelische Gemeinde feiert Ihre Gottesdienste in Kupferberg-Rote Höhe. Hier wurde im Jahre 1964 eine moderne Kirche gebaut.